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Georgien: Swanetien - Die Krone des Kaukasus

Nach zwei Tagen in der Hauptstadt Georgiens freuen wir uns auf die Abgeschiedenheit des wilden Kaukasus. Nahe der Grenze zu Russland erwandern wir Swanetien.

Mit dem Nachtzug verlassen wir Tiflis. Es ist eine gemütliche Fahrt, die uns nach Zugdidi bringt. Morgens um 6 Uhr heisst es Rucksack satteln und umsteigen auf eine Marschrutka (Sammeltaxi) die uns zum Ausgangspunkt unsere Wanderung bringt. 

Nach drei stündiger, halsbrecherischer Fahrt auf holpriger und kurvenreicher Piste kommen wir ans Ziel. Mitten im Nirgendwo lässt uns der Fahrer aussteigen, wendet und fährt davon. Wir finden uns ganz alleine auf der Strasse wieder, mitten im georgischen Kaukasus. Steile Flanken, hohe vergletscherte Gipfel umgeben uns. Ein eindrucksvolles Panorama, welches uns die nächsten Tage begleitet. 

Hinten im Tal soll es einen Wasserfall geben. Tatsächlich: Gewaltige Wassermassen stürzen hier ins Tal. Auf dem Rückweg geraten wir in ein heftiges Gewitter mit Hagel. Sobald das Wetter bessert, suchen wir im nahe gelegenen Dorf Mazeri eine Unterkunft. Wir werden herzlich empfangen und erhalten trotz sprachlicher Schwierigkeiten einen Einblick in die ländliche Lebensart.  

Die lange Wanderung am nächsten Tag über den Guli-Pass nach Mestia braucht viel Kraft. Der Pass und der Abstieg liegen noch tief im Schnee, so dass wir unseren eigenen Weg um die Schneefelder herum suchen müssen. Die Aussicht auf den Mt. Uschba entschädigt alles. 

Den nächsten Tag gehen wir gemütlich an, entscheiden uns dann aber doch zwei Etappen zu verbinden und wandern bis in das Dorf Adishi, welches seit mehreren Tagen ohne Strom auskommen muss. Hier nächtigen wir und bereiten uns mental auf den nächsten Tag vor: Eine grössere Flussdurchquerung erwartet uns.

Wir brechen früh auf und waten durch den eiskalten Gletscherfluss am Fusse des Mt. Tetnuldi. Wieder verbinden wir zwei Etappen und erreichen Uschguli, das höchste besiedelte Dorf Europas. Zufrieden aber erschöpft fallen wir ins Bett. Eine wunderschöne viertägige Wanderung liegt hinter uns. Der Kaukasus ist wild, eindrücklich und schön.